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Was Twitter alles kann – Susan bloggt

Dass Nachrichtenmedien den Mikrobloggingdienst Twitter aufmerksam verfolgen, habe ich im vergangenen Monat am eigenen Leib erfahren. Unser acht Monate alter Welpe Billy hatte im Goffertpark in meinem Wohnort Nimwegen Menschenkot gefressen und auf diese Weise Drogen (!) geschluckt. Die Folge: Ein Hund mit einer Überdosis. Ich twitterte eine Warnung für Hundebesitzer und siehe da, innerhalb eines Tages hatte ich sowohl die Tageszeitung De Gelderlander als auch den Radiosender Omroep Gelderland am Telefon. Beim Tierarzt wurde schließlich ein Foto von unserem Billy geschossen und am nächsten Tag berichteten sowohl De Gelderlander als auch das Radio Gelderland ausführlich über seine Geschichte.

Der Fall zeigt, was ein einziger Tweet bewirken kann. Einmal von den Medien aufgegriffen und voilà: Eine Nachrichtenmeldung ist geboren. Meine deutschen Kollegen bei mediamixx staunten nicht schlecht, als sie von unserem Weg in die Medien hörten. Über Twitter?? Denn der Mikroblog ist in Deutschland längst nicht so populär wie in den Niederlanden. Einige Zahlen: Weltweit sind etwa 320 Millionen Twitterer jeden Monat aktiv. In den Niederlanden sind es 2,6 Millionen monatlich und fast eine Million täglich. Es gibt leider wenige belegbare Zahlen über die Anzahl der aktiven Twitterer in Deutschland, aber Schätzungen zufolge kann man von etwa 2 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ausgehen. Auf eine Gesamtbevölkerung von gut 80 Millionen ist das keine nennenswerte Menge. Deutsche legen ziemlich viel Wert auf ihre Privatsphäre und scheuen sich, Persönliches auf Twitter preiszugeben, ist eine häufig gehörte Erklärung.

Inzwischen sind WhatsApp (9,8 Millionen Nutzer) und Facebook (9,6 Millionen Nutzer) die größten Social-Media-Plattformen in den Niederlanden, die Anzahl der niederländischen Twitter-Nutzer ist seit 2012 rückläufig. Dennoch bleibt ein begeisterter Kern von Twitterern aktiv. Studien belegen, dass die meisten Tweets dabei über allgemeine und lokale Nachrichten gesendet werden. Auf dem zweiten Platz stehen Stellenausschreibungen, gefolgt von Sport und Politik. Ich persönlich nutze Twitter regelmäßig als Medium für lokale Nachrichten. 2012 wurden wir in Nimwegen früh morgens durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Auf lokalen Nachrichten-Websites war darüber noch nichts zu finden, also schauten wir sofort bei Twitter nach. Was war passiert? Anwohner wussten zu berichten, dass es im Kraftwerk des Energielieferanten Electrabel, einige Kilometer entfernt, eine Explosion gegeben hatte. Zum Glück war niemand verletzt. Damit beweist Twitter wieder einmal seinen „Echtzeit“ -Wert.

Aber Twitter ist mehr als ein Nachrichtenmedium. Immer mehr Unternehmen entdecken das Potenzial von Twitter, beispielsweise im Bereich Web-Betreuung. Unternehmen können bei ihren Kunden Pluspunkte sammeln, wenn sie auf Fragen oder Beschwerden, die Verbraucher über Twitter kommunizieren, schnell reagieren. Ein aufmerksames Web-Betreuungsteam ist also kein überflüssiger Luxus. Große Unternehmen wie die niederländische Bahn, Ikea und KLM sind bekannt für ihren schnellen Service via Twitter. Eine intelligente Art der Kundenbindung. Auch Anzeigenkampagnen auf Twitter werden von immer mehr Unternehmen genutzt. Ein einfacher Weg, um in kurzer Zeit mehr Follower und höheren Traffic auf der eigenen Website sowie Interaktionen mit (potenziellen) Kunden zu generieren. Und das ist nur ein Bruchteil der Möglichkeiten, die Twitter für Unternehmen, Journalisten und Bürger bereithält. Aber dazu mehr beim nächsten Mal.

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Über die Autorin
Susan Bink (1974) hat während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaften ihr Herz an Nimwegen verloren und wohnt hier bis heute. Seit Dezember 2012 arbeitet sie als Kommunikationsexpertin bei mediamixx in Kleve und darf sich damit nicht nur als „Mixxerin“, sondern auch als „Grenzgängerin“ bezeichnen. Sie ist sowohl geschäftlich als auch privat in verschiedenen Social Media wie Twitter, Facebook, Instagram und LinkedIn aktiv.

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